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Citigroup enttäuscht zum Jahresende

Di, 18.01.11 17:15

ROUNDUP: Citigroup enttäuscht zum Jahresende

NEW YORK (dpa-AFX) - Die Erholung der vom Staat geretteten US-Großbank Citigroup gerät ins Stocken. Im Schlussquartal 2010 verdiente die Citigroup unter dem Strich gerade noch 1,3 Milliarden Dollar. 'Es war ein schwaches Quartal', sagte ein Analyst in einer ersten Einschätzung. Er und seine Kollegen hatten mit fast dem doppelten Gewinn gerechnet. Die Aktie fiel am Dienstag im New Yorker Handel um 5 Prozent.

Die Börsianer störten sich vor allem am schwachen Wachstum in den Boom-Regionen Lateinamerika und Asien. Zudem musste die Citigroup weiterhin viel Geld für faule Kredite zurücklegen. Der Glanzgewinn des Jahresbeginns 2010 von 4,4 Milliarden Dollar liegt mittlerweile in weiter Ferne.

PANDIT: 'UNSERE STRATEGIE GEHT AUF'

Im Gesamtjahr summierte sich der Gewinn auf unter dem Strich 10,6 Milliarden Dollar. 2009 war noch ein herber Verlust angefallen. Alleine im Schlussquartal verlor die Bank damals 7,6 Milliarden Dollar. Firmenchef Vikram Pandit zeigte sich angesichts dessen zufrieden mit dem Erreichten: 'Unsere Strategie geht auf.'

Pandit hatte die Citigroup nach ihrem Beinahe-Kollaps in der Finanzkrise neu sortiert und im Wesentlichen auf das klassische Bankgeschäft zurechtgestutzt. Er verkaufte allzu risikoreiche Geschäftszweige oder machte sie dicht. Dadurch ist die Bank deutlich geschrumpft. Aus dem deutschen Privatkundengeschäft hat sich die Citigroup schon länger zurückgezogen: Die einstige Citibank ist in französischen Händen und firmiert mittlerweile unter Targobank.

Die Citigroup sah auch deshalb blass aus, weil der Branchenprimus JPMorgan die Messlatte hochgelegt hatte. JPMorgan hatte im Schlussquartal satte 4,8 Milliarden Dollar verdient. Dem Rivalen war es vor allem gelungen, die Kreditausfälle drastisch einzudämmen. Statt wie bei JPMorgan um 66 Prozent schrumpften die Kosten für die säumigen Schulder bei der Citigroup aber nur um 41 Prozent auf immer noch stattliche 4,8 Milliarden Dollar.

HINTERGRUND

Die Citigroup galt einst als der Stolz der New Yorker Finanzwelt und war eines der größten Geldhäuser weltweit. In der Finanzkrise musste der Steuerzahler das Wall-Street-Haus aber mit insgesamt 45 Milliarden Dollar stützen. Die Bank hatte sich wie so viele Konkurrenten am US-Hypothekenmarkt verhoben. Im Dezember hat sich der Staat komplett zurückgezogen und auch seine letzten Aktien verkauft.

Der Zahlenreigen bei den US-Banken geht nun in rascher Folge weiter: An diesem Mittwoch und Donnerstag legen Goldman Sachs und Morgan Stanley ihre Bilanzen vor, am Freitag folgt die Bank of America ./das/DP/he

Quelle: dpa-AFX

Dow steigt auf höchsten Stand seit Juni 2008

Di, 18.01.11 22:32

ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Dow steigt auf höchsten Stand seit Juni 2008

NEW YORK (dpa-AFX) Der US-Aktienmarkt hat am Dienstag nach einem feiertagsbedingt verlängerten Wochenende mit Gewinnen geschlossen. Der Leitindex Dow Jones schaffte es auf den höchsten Stand seit Juni 2008. Börsianer verwiesen auf weiterhin positive Erwartungen für die Konjunkturentwicklung sowie die laufende Berichtssaison. Schwache Zahlen etwa der Citigroup und negative Nachrichten von Apple hatten lediglich im frühen Handel etwas auf die Stimmung gedrückt. Per saldo uninspirierende Konjunkturdaten hatten keinen erkennbaren Kurseinfluss.

Der schon zu Beginn freundliche Dow Jones Industrial baute seine Gewinne im Tagesverlauf aus. Er schloss mit einem Plus von 0,43 Prozent bei 11.837,93 Punkten. Die anderen Indizes schafften es nach einem verhaltenen Anfangsgeschäft ebenfalls ins Plus. Der breit gefasste S&P-500-Index verabschiedete sich um 0,14 Prozent höher bei 1.295,02 Punkten. An der Technologiebörse Nasdaq stieg der umfassende Composite Index um 0,38 Prozent auf 2.765,85 Punkte, und der Auswahlindex Nasdaq 100 gewann 0,23 Prozent auf 2.328,79 Punkte.

AUSZEIT VON STEVE JOBS BELASTET APPLE

Die Aktien von Apple sackten um 2,13 Prozent auf 341,06 US-Dollar ab, nachdem Konzernchef Steve Jobs am Vortag eine krankheitsbedingte Auszeit angekündigt hatte. Ein Analyst betonte, die Bedeutung der Person Steve Jobs für den Hersteller von iPhone, iPad und Co. sei nicht hoch genug einzuschätzen, insbesondere was die Entwicklung neuer Produkte angehe. Die US-Investmentbank Bernstein bemängelte, dass Apple nur wenige Informationen zum Gesundheitszustand von Jobs öffentlich gemacht habe. Das frustriere Anleger. Ein sinkender Apple-Kurs stelle jedoch auch eine gute Kaufgelegenheit dar. Das Unternehmen wollte nach Handelsschluss zudem noch seine Zahlen zum vierten Quartal vorlegen.

Bereits vor dem Handelsstart hatte die Citigroup enttäuschende Zahlen für das vierte Quartal vorgelegt, was die Aktien mit satten 6,43 Prozent auf 4,80 Dollar ins Minus drückte. Die Einnahmen der US-Bank waren mit 18,37 Milliarden Dollar unter den Erwartungen geblieben. Ähnlich sah es beim Gewinn je Aktie im vierten Quartal aus: Er lag mit vier Cent nur halb so hoch wie vom Markt erhofft. Dies belastete auch andere Bankentitel: Bank of America waren mit minus 1,64 Prozent auf 15,00 Dollar zweitschwächster Wert im Dow, und JPMorgan gaben um 0,36 Prozent auf 44,75 Dollar nach. Morgan Stanley büßten 0,79 Prozent auf 28,75 Dollar ein.

DELTA AIR LINES ENTTÄUSCHT MIT ZAHLEN

Delta Air Lines sorgte mit seinem Quartalsgewinn ebenfalls für Ernüchterung. Dieser war wegen höherer Treibstoffpreise und Reparaturkosten für Flugzeuge unter den Erwartungen des Marktes geblieben. Von einem Analysten hieß es zudem, es gebe Sorgen über weiter steigende Ölpreise, gegen die die Fluggesellschaften machtlos seien. Die Titel büßten 8,24 Prozent auf 11,70 Dollar ein. Erst nach der Schlussglocke an der Wall Street legte der Computerkonzern IBM seine Resultate vor.

Die Boeing-Papiere gewannen indes ungeachtet der abermals aufgeschobenen Auslieferung des Langstrecken-Jets 787 'Dreamliner' 3,43 Prozent auf 72,47 Dollar und waren damit Spitzenreiter im Dow. Der US-Hersteller gab bekannt, dass sich die Erstauslieferung auf das dritte Quartal verschiebt. Das ist mehr als drei Jahre hinter dem ursprünglichen Zeitplan. Börsianer hatte allerdings schon lange mit der neuerlichen Verzögerung gerechnet - lediglich über deren Ausmaß waren die Erwartungen auseinander gegangen. Ein Experte äußerte sich erleichtert und ging davon aus, dass die Mitteilung auch einige Sorgen der Anleger zerstreuen sollte.

Kursaufschläge gab es auch bei den Aktien des Baumaschinen-Herstellers Caterpillar sowie der schwer gewichteten Ölkonzerne ExxonMobil und Chevron . Die Titel des Aluminiumkonzerns Alcoa gewannen nach Unterzeichnung einer Absichtserklärung zur Kooperation mit China Power Investment 1,88 Prozent auf 16,27 Dollar./gl/stw

Quelle: dpa-AFX

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