MULTICHART Kursabfrage: (Name oder WKN)

USA wollen nach Rettung aus Citigroup aussteigen

News - 25.03.10 16:03

USA wollen nach Rettung aus Citigroup aussteigen

NEW YORK (dpa-AFX) - Der Ausstieg der US-Regierung bei der mit Steuergeldern geretteten Citigroup rückt näher.
Schon im kommenden Monat könnte die US-Regierung nach Informationen der Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg ihre konkreten Pläne präsentieren. Börsianer wollen vor allem wissen, wann genau, zu welchem Preis und in welchem Umfang sich der Staat von seinem 27-prozentigen Anteil an der Großbank trennt. Das ursprünglich für 25 Milliarden Dollar erworbene Aktienpaket ist deutlich im Wert gestiegen auf aktuell 32,7 Milliarden Dollar.
Bereits die bloße Aussicht auf ein Ende des staatlichen Einflusses ließ die Citigroup-Aktien am Donnerstag um knapp 3 Prozent steigen. Durch das staatliche Rettungspaket unterliegt die einst so mächtige US-Bank einer Reihe von Beschränkungen, unter anderem bei der Bezahlung ihrer Topmanager. Citigroup-Chef Vikram Pandit bezieht nur ein symbolisches Jahresgehalt von 1 Dollar.
Der Steuerzahler hatte die Citigroup in der Finanzkrise mit einer Geldspritze von 45 Milliarden Dollar stützen müssen. Einen Teil der Schulden beim Staat hat die Bank inzwischen beglichen, über die Aktienverkäufe soll der Steuerzahler auch sein restliches Geld zurückbekommen. Laut Bloomberg will die Citigroup dabei einen genauen Fahrplan festlegen, um keinerlei Spekulationen über Mauscheleien aufkommen zu lassen.
Das Geschäft dürfte sich letztlich für den Staat rechnen: Nicht nur das Aktienpaket ist deutlich mehr Wert, auch für den schon zurückgezahlten 20-Milliarden-Dollar-Kredit musste die Citigroup satte Zinsen berappen. Branchenkenner halten es für wahrscheinlich, dass der Staat seinen Ausstiegsplan nach der Vorlage der Erstquartalszahlen am 19. April veröffentlicht./das/DP/edh

Quelle: dpa-AFX

Deutsche Telekom kauft Click&Buy komplett

News - 24.03.10 17:43

Deutsche Telekom kauft Click&Buy komplett

BONN (dpa-AFX) - Die Deutsche Telekom übernimmt den
Internet-Zahlungsdienstleister Click&Buy komplett. Wie ein Sprecher am Mittwoch
bestätigte, hat der Bonner Konzern die Anteile der übrigen Eigner aufgekauft und
seine bisherige Beteiligung von 20 Prozent aufgestockt. Über den Preis machte
der Sprecher zunächst keine Angaben. Neben Click & Buy hat die Telekom bereits
ihren eigenen Bezahldienst T-Pay. Die Marke Click & Buy solle aber erhalten
bleiben.

Die Telekom will künftig mehr Geld aus Internetdiensten und Dienstleistungen
erwirtschaften. Das Geschäftsmodell der Telekom und damit auch der Umsatzmix
sollen sich grundlegend verändern. An Click & Buy waren zuvor noch die Schweizer
Investoren-Familien von Fink und Anda sowie Intel Capital, der
Investment-Ableger der Chip-Konzerns, beteiligt./gr/stw

Quelle: dpa-AFX

Conergy baut nun alle Solarzellen selbst

News - 23.03.10 07:41

Conergy baut nun alle Solarzellen selbst

Der Solarkonzern Conergy plant zweieinhalb Jahre nach der Beinahe-Pleite einen Strategiewechsel. Von einem Händler mit angehängter Modulproduktion will Vorstandschef Dieter Ammer das Unternehmen in einen reinen Hersteller von Solaranlagen umwandeln. Das sind schlechte Nachrichten für die Zulieferer.


HAMBURG. "Wir setzen künftig stärker auf unsere Entwickler- und Herstellerkompetenz, auf integrierte, maßgeschneiderte Solarsysteme sowie auf eine Stärkung unserer Kundengruppen", sagte Ammer dem Handelsblatt. Früheren Lieferanten von Solarmodulen wie der japanischen Sharp und Yingli aus China bricht damit ein stabiler Absatzkanal weg.


Um den Absatz aus eigener Kraft zu decken, setzt Ammer auf eine zweigeteilte Produktion nach dem Vorbild der Halbleiterindustrie. Hochwertige Module will der Konzern in seiner Fabrik in Frankfurt an der Oder fertigen, Standardmodule sollen nach den Vorgaben von Conergy von lizenzierten Fremdfirmen hergestellt werden. "Conergy kann damit seine Produktionskosten marktgerecht senken, flexibel auf Marktschwankungen reagieren und durch den verstärkten Verkauf eigener Produkte seine Marge verbessern. Denn warum sollten wir überwiegend fremder Leute Produkte verkaufen, wenn wir eine der stärksten Marken im Markt haben?", sagte Ammer.


Ein weiteres Standbein der Strategie ist eine bessere Abstimmung der einzelnen Komponenten einer Solaranlage - Wechselrichter, Module und Gestelle -, um die Leistung des Systems verbessern. Ammer verspricht sich davon höhere Verkaufserlöse. Conergy tritt damit in direkte Konkurrenz mit Schwergewichten wie Solarworld. Mit dem Strategiewechsel will der Konzernchef den langfristigen Fortbestand der seit dem Jahr 2007 Verluste schreibenden Conergy AG sichern. Für dieses Jahr rechnet Ammer erstmals wieder mit einem Gewinn. Die neue Strategie will der Manager auf der Bilanzpressekonferenz vorstellen, die für diesen Donnerstag geplant ist.


Conergy war Ende 2007 an den Rand der Insolvenz gerutscht und konnte nur durch ein heftiges Sparprogramm gerettet werden. Rand- und Auslandsbeteiligungen wurden verkauft, mehrere Hundert Mitarbeiter mussten gehen. Erst seit Mitte vergangenen Jahres habe sich der Vorstand wieder mit strategischen Fragen befassen können, sagte Ammer, der den Vorstandsvorsitz im Sommer an den früheren Infineon-Chef Andreas von Zitzewitz übergeben wird.


Die Branche steckt in einer tiefen Krise; viele Experten erwarten wegen der geplanten Kürzung der Solarförderung in Deutschland eine Pleitewelle in dem jungen Industriezweig. Belastend wirkt sich vor allem der Verfall der Modulpreise aus.


Nachdem diese im vergangenen Jahr um rund 40 Prozent gefallen waren, gaben sie seit Jahresbeginn um weitere zehn Prozent nach. Mit der neuen Strategie will das Unternehmen die Belastungen aus dem Preisrückgang abfangen. Die Produktionskosten würden durch die Fremdfertigung drastisch gesenkt, sagte Ammer.


Nachholbedarf sieht er indes bei den hochwertigen Solarmodulen aus dem Frankfurter Werk. Mittels Partnerschaften sollten diese technisch weiter aufgerüstet werden. Neben Unternehmen aus der Branche denkt Ammer dabei an junge Technologiefirmen, die über keine eigenen Produktionskapazitäten verfügen. Partner sucht er auch für die Bereiche Wechselrichter sowie Gestelle.


Umschuldung läuft


Neben der Umsetzung der neuen Strategie muss die Conergy-Führung Altlasten beseitigen. Nachdem Ammer den Milliardenstreit mit dem Lieferanten MEMC gütlich bereinigen konnte, steht nun die Verlängerung von Krediten an. Zeit hat er dazu laut den Verträgen bis Juli, er selbst will die Verhandlungen aber möglichst in diesem Monat abschließen.


Es sei aber nicht klar, ob der Zeitplan zu halten ist, sagte er. Die Kreditlinie der Hamburger über insgesamt 600 Mio. Euro wird von 20 Finanzhäusern gespeist, wobei die Commerzbank zu den größten Gläubigern gehört.


Absehbar ist, dass die Hamburger für ihre Kredite künftig tiefer in die Taschen greifen werden müssen. "Wir gehen davon aus, dass die Banken im Schatten der Finanzkrise etwas mehr wollen." Da die Verschuldung insgesamt aber gesunken ist, wird die absolute Belastung niedriger als in den Jahren 2008 und 2009 ausfallen. "Ich glaube, dass wir künftig eine jährliche Zinslast von nördlich 20 Mio. Euro haben werden", sagte Ammer


In die Waagschale kann Ammer den erwarteten Erlös aus dem geplanten Verkauf der Tochter Epuron werfen, der in den kommenden Monaten abgeschlossen werden soll. "Wir können uns vorstellen, dass wir einen Teil des Epuron-Erlöses zum Schuldenabbau verwenden." Epuron entwickelt mit 120 Mitarbeitern Wind- und Solarparks.

Martin Murphy

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Quelle: HANDELSBLATT

Bürgschaftsausschuss berät am Mittwoch über Staatshilfe für Opel

News - 19.03.10 09:00

'SZ': Bürgschaftsausschuss berät am Mittwoch über Staatshilfe für Opel

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Das Tauziehen von Opel und seiner Konzernmutter General
Motors (GM) um deutsche Steuergelder geht laut einem Zeitungsbericht nächste
Woche in eine neue Runde. Am Mittwoch soll sich nach Informationen der
'Süddeutschen Zeitung' (SZ/Freitagausgabe) der zuständige interministerielle
Bürgschaftsausschuss treffen, um über den Antrag des angeschlagenen Autobauers
auf eine staatliche Kreditbürgschaft zu beraten. Gleichzeitig wachsen der
Zeitung zufolge die Unstimmigkeiten zwischen Bundesregierung und den
Bundesländern mit Opel-Standorten.

In einem Brief an Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) fordern die beiden
Wirtschaftsminister von Rheinland-Pfalz und Thüringen, Hendrik Hering und
Matthias Machnig (beide SPD) laut dem Bericht, dass sich Bund und Länder darüber
verständigen sollten, 'welche Forderungen GM in jedem Fall erfüllen muss, um
staatliche Hilfen zu erhalten'. Bislang liegen von GM noch nicht die
vollständigen Antworten auf die vom Bürgschaftsausschuss im Februar gestellten
36 Fragen vor. Unter anderem geht es nach wie vor darum, zu verhindern, dass
deutsche Steuergelder ins Ausland abfließen./dct/wiz

Quelle: dpa-AFX

Euro-Länder wollen Griechen mit Krediten retten

News - 15.03.10 23:29

ROUNDUP 2: Euro-Länder wollen Griechen mit Krediten retten

(Neu: Details)

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Die Euro-Länder wollen das hoch verschuldete Griechenland
notfalls mit Krediten retten. Das vereinbarten die Euro- Finanzminister nach
fünfstündigen Beratungen am Montagabend in Brüssel. 'Griechenland wird
unterstützt, wenn es die Hilfe braucht', sagte der Vorsitzende der
Euro-Kassenhüter, Luxemburgs Premier Jean- Claude Juncker. Das Hilfsangebot an
Athen ist in der gut zehnjährigen Geschichte des gemeinsamen
Euro-Währungsgebietes beispiellos. Den Euro gibt es seit 1999.

Über Summen des Hilfspakets machten die Minister keine Angaben. Es gibt
Spekulationen, dass es sich um mindestens 25 Milliarden Euro handeln soll.
Griechenland hat mehr als 300 Milliarden Euro Schulden und gilt als
Wackelkandidat des Währungsgebietes.

STAATSCHEFS WERDEN ENTSCHEIDUNG TREFFEN

Juncker sagte, den endgültigen Beschluss zu den bilateralen Krediten müssten die
EU-Staats- und Regierungschefs treffen. Bis dahin seien noch technische Details
zu klären, das könne Wochen dauern. Offen blieb, ob schon beim nächsten Gipfel
am 25. und 26. März in Brüssel über den Griechenland-Rettungsplan entschieden
wird. Das müsse der ständige EU-Ratsvorsitzende Herman Van Rompuy entscheiden.
Die Chefs der EU hatten Athen bereits Mitte Februar versichert, dass sie
notfalls zur Hilfe bereitstehen.

Bislang habe Athen nicht um finanzielle Unterstützung gebeten, unterstrich
Juncker. Der Hilfsplan beinhalte nur bilaterale Hilfen, aber keine
Darlehensgarantien. Nach Worten des Chefs der Euro-Gruppe sind die Vorschläge
der Ministergruppe mit dem EU-Vertrag vereinbar. Der Vertrag verbietet, dass
Euro-Staaten für die Schulden ihrer Partner geradestehen.

GRIECHENLAND SOLL HOHE ZINSEN ZAHLEN

In einer gemeinsamen Erklärung der Minister hieß es - wenn auch nicht explizit
-, Griechenland solle im Notfall zu vergleichsweise hohen Zinssätzen Kredite
erhalten. Es solle 'starke Anreize geben, um so schnell wie möglich zu den
(Finanz-)Märkten zurückzukehren.'

Der Chef der Eurogruppe wiederholte seine mehrfach geäußerte Einschätzung, dass
Griechenland wegen seines ehrgeizigen Sparprogramms das Hilfspaket der
Euro-Partner nicht benötigen werde: 'Wir denken, dass falls derartige
Instrumente beschlossen würden, wir diese Instrumente nicht brauchen würden.' An
die Finanzmärkte ginge die Botschaft, dass Griechenlands Sparmaßnahmen
glaubwürdig seien.

Athen hatte ein striktes Sparprogramm aufgelegt, das unter anderem
Steuererhöhungen und Gehaltskürzungen für Beamte vorsieht. Damit will die
Regierung das Staatsdefizit von derzeit knapp 13 Prozent des
Bruttoinlandsprodukts im laufenden Jahr um vier Prozentpunkte senken. Die
Einschnitte sind umstritten; in der vergangenen Woche gab es in Griechenland
zahlreiche Demonstrationen und Streiks gegen den Kurs von Ministerpräsident
Giorgos Papandreou. Die Ministerkonferenz wird am Dienstag im Kreis der
Ressortchefs aller 27 EU-Staaten fortgesetzt./cb/mt/DP/zb

Quelle: dpa-AFX

Von der Citi- zur Targobank

News - 14.03.10 09:00

Von der Citi- zur Targobank: Nur ein neuer Name ist keine Bank

Zwielichtige Vertriebsmethoden, unseriöse Beratung: Der Ruf der einstigen Citigroup-Tochter in Deutschland ist verheerend. Nun wagt der Bankchef Franz Josef Nick einen Neustart: mit anderem Namen und schärferen Regeln. Reicht das für einen Imagewechsel?


Da stehen sie wieder. In Warnwesten gekleidet und mit Plakaten bewaffnet trotzt ein Dutzend Menschen vor der Citibank-Filiale in Herford der winterlichen Kälte. "Hier verlieren Sie Ihr Geld" ist auf den Schildern zu lesen oder "Citibank macht uns krank, durch Räuber in der Bank".


Seit fast einem Jahr geht das schon so. Seit sie beschlossen haben, dass sie ihr Geld, das sie in Zertifikate der Investmentbank Lehman Brothers investiert und dann verloren hatten, nicht einfach verloren geben wollen. Tausende Sparer der deutschen Citigroup-Tochter sind davon betroffen.




Sönke Dethlaf ist einer von ihnen. 45.000 Euro hat er auf Anraten seines Citibank-Beraters in Lehman-Zertifikate gesteckt. Die Bank ging pleite, das Geld ist futsch. "Dabei hat der Berater gesagt, dass nichts passieren kann, dass das Geld absolut sicher ist", klagt Dethlaf. Einmal pro Woche treiben Wut und Verzweiflung die Geschädigten hierher, im Dezember protestierten sie sogar täglich. Ob in Düsseldorf, Hamburg oder Bergisch Gladbach - die Demonstranten fühlen sich von der Citibank beraten und verkauft.



Geschichte
Von der KKB zur Targobank
Der Pionier unter den deutschen Konsumentenfinanzierern hat schon viele Häutungen hinter sich.
Konsumfinanzierer
1926 wird die heutige Citibank in Königsberg als Kundenkredit GmbH gegründet. Sie ist die erste deutsche Bank überhaupt, die Ratenkredite an Privatkunden zu Konsumzwecken vergibt. Später wird sie in KKB Kundenkreditbank umbenannt. Unter diesem Namen lebt sie nach dem Zweiten Weltkrieg in Westdeutschland weiter.
Kreditspezialisten
1973 kauft die amerikanische First National Citi Bank, die heutige Citigroup, 56 Prozent der KKB und stockt ihren Anteil später weiter auf. Die Bank wächst stetig und erfindet immer neue Produkte rund um den Kredit, etwa das Scheckdarlehen, mit dem der Kunde über seinen Kredit wie über Bargeld verfügen kann. 1991 tauft die US-Mutter die KKB in Citibank Privatkunden AG um. 2006 führt die damalige Citibank-Chefin Sue Harnett das Programm Citigold ein und öffnet das auf Ratenkredite spezialisierte Institut für wohlhabendere Privatkunden, die nach Geldanlagen suchen.
Krisenopfer
Als die Citigroup im Zuge der Finanzkrise in Schwierigkeiten gerät, stellt sie die deutsche Tochter zum Verkauf. Es gibt viele Interessenten, unter anderem auch die Deutsche Bank. Im Juli 2008 macht die französische Genossenschaftsbank Crédit Mutuel das Rennen. Am 22. Februar benennen die neuen Eigner das Unternehmen in Targobank um




Neustart unter schwierigen Bedingungen

Ausbaden muss diesen Unmut Franz Josef Nick. Dem Vorstandschef kommt die undankbare Aufgabe zu, das schwer gebeutelte Institut neu zu starten. Im Dezember 2008 hat die Citigroup ihre Deutschlandtochter an Crédit Mutuel verkauft. Am 22. Februar ist nun die eingeführte Marke Citibank dem Fantasienamen "Targobank" gewichen.




Nick will das für einen Imagewechsel nutzen: Mit strengeren Vorgaben für die Beratung und Belohnungen für faire Betreuer will er dafür sorgen, dass die Targobank nicht mehr auf die schwarze Liste der Verbraucherschützer kommt.


Klingt toll. Andererseits: Die neue französische Mutter hat mit 4,9 Mrd. Euro einen stolzen Preis für die deutsche Citi bezahlt. Allzu hohe Abstriche bei der Rendite kann sie sich nicht leisten. Und genau die sind zu erwarten, wenn sie den Kunden nur noch konservative, risikoarme Anlagen verkauft.




Hochgelobte Kostendisziplin

Nick muss das Institut also auf politische Korrektheit trimmen, aber möglichst nicht auf Kosten der Marge. Und die konnte sich lange Zeit sehen lassen. Über Jahre galt die Citibank als Ertragsperle der US-Mutter, als Vorbild für die ganze Branche: erfolgreich mit Konsumentenkrediten, emsig in der Anlageberatung für Privatkunden.


Bewundert wurden die Citibanker vor allem für ihre Kostendisziplin. Um einen Euro zu erwirtschaften, mussten sie in normalen Geschäftsjahren nur 50 Cent aufwenden, eine Traumquote in der Branche. Die Sparkassen benötigten im Schnitt 66, die Deutsche Bank 69 Cent.


Aggressive Verkaufspraktiken

Das eigentliche Erfolgsrezept aber basierte auf den aggressiven, teils zweifelhaften Verkaufspraktiken des Instituts. So wurden Kunden laut Eva Raabe, Bankenexpertin der Verbraucherzentrale Hessen, regelmäßig Restschuldversicherungen und häufig auch noch Lebens- oder Rentenversicherungen als Absicherung für einen Kredit verkauft, "die sie eigentlich nicht brauchten, weil andere Sicherheiten vorhanden waren".




Mitarbeiter berichten, dass Kunden geraten wurde, bestehende Versicherungen zu kündigen, um über die Citibank neue abzuschließen. Für den Kunden bringt das selten Vorteile, für die Bank schon: Sie kassiert eine Provision.


Am schwersten wiegt der Vorwurf, den Geschädigte wie Sönke Dethlaf erheben: dass die Bank Finanzprodukte mit dem Risiko des Totalverlusts als sichere Geldanlage angepriesen haben soll. Die Citi hat solche pauschalen Vorwürfe immer zurückgewiesen. Doch im vertraulichen Gespräch macht mittlerweile kaum noch ein Manager einen Hehl daraus, dass die Bank wegen ihrer auf kurzfristigen Ertrag ausgerichteten Geschäftspolitik oft zu Recht kritisiert wurde.


Das soll nun alles Geschichte sein. Die Franzosen von Crédit Mutuel muten der Vertriebsmaschine einen Kulturwandel in nahezu allen Bereichen zu:



Der Kulturwandel
Die Sprache
Seine erste Präsentation vor dem Crédit-Mutuel-Vorstand beginnt Nick mit einem Geständnis. "In der Schule hatte ich Französisch als dritte Fremdsprache", erzählt er. "Doch dann gab es die Gelegenheit, Französisch abzuwählen, wenn ich dafür Sport nehme." Natürlich habe er Sport genommen. "Meine Mutter hat damals schon gesagt: Bub, das wirst du eines Tages bereuen. Heute ist wohl der Tag gekommen, an dem ich es bereue." Jetzt büffelt die Führungsetage der Citibank tapfer Französisch, die neue Konzernsprache.
Die Technik
Die IT-Systeme der Citibank waren eng mit denen der Citigroup vernetzt. Die Daten müssen nun herausgelöst und auf neue Systeme übertragen werden. Weil jede Bank ihre eigene Software hat, können Daten nicht einfach von einem System in das andere kopiert, sondern müssen erst kompatibel gemacht werden. Betroffen sind 250 Systeme und Applikationen. Zu Spitzenzeiten waren 450 Citibank-Mitarbeiter mit der technischen Umstellung befasst. 55.000 Tests waren erforderlich. Kosten: ein dreistelliger Mio.betrag.
Der Name
Am 20. Februar wandern 1500 Kubikmeter Material wie Namensschilder, Briefpapier und Kugelschreiber mit Citibank-Logo in den Müll. Serienbriefe, Dokumentenvorlagen, Internetseiten - alles wird gründlich durchsucht. Nirgendwo darf die alte Marke stehen bleiben. Der neue Name Targobank ist ein Kunstwort ohne tiefere Bedeutung, ähnlich wie Arcandor oder Aventis.
Die Unternehmenskultur
Der Druck aus der US-Zentrale auf die deutsche Tochter war enorm. Lagen die Zahlen der Citibank mal eine Woche unter Plan, konnte sich das Management eines Anrufs aus New York sicher sein. Crédit Mutuel verspricht ein entspannteres Miteinander. "Der Verkauf bedeutet, dass wir uns trennen von einer Bank, die nach strengsten Shareholder-Value-Prinzipien gelebt hat, und in eine konservative, französische Genossenschaftsbank integriert werden", sagt Nick, den die neuen Eigner Ende 2008 vom kommissarischen zum dauerhaften Chef befördert haben.


Den Gesinnungswandel sollen die Targobank-Kunden unmittelbar zu spüren bekommen. Mit jedem Einzelnen sollen die Berater ein detailliertes Gespräch führen, in dem vor allem die Risikobereitschaft abgefragt wird. Anhand der Angaben errechnet der Computer eine passende Anlagestrategie. Weicht ein Berater von dem vorgeschlagenen Konzept ab und verkauft Produkte, die nicht dem Risikoprofil des Kunden entsprechen, bestraft ihn das System: Er bekommt nur die Hälfte der internen Leistungspunkte gutgeschrieben, die er braucht, um seine Vertriebsziele zu erreichen.




So wird es für die Berater unattraktiv, besonders risikoträchtige Geldanlagen an Kunden zu verkaufen, die auf Sicherheit bedacht sind. Hinzu kommt: Bei der alten Citibank orientierten sich die Punkte, die ein Berater gutgeschrieben bekam, an der Höhe des Ausgabeaufschlags, den die Bank für den Verkauf eines Produkts kassierte. Ab sofort bekommen die Vertriebler für jedes Produkt innerhalb einer bestimmten Anlageklasse immer dieselbe Punktzahl - unabhängig vom Preis.


Natürlich kann auch das neue System die wissentliche Fehlberatung allzu gutgläubiger Kunden nicht verhindern. Immerhin: Die Hürden liegen höher.


Die Belegschaft setzt große Hoffnung in die neue "Route Mutuel". Der Verkaufsdruck werde nachlassen, glauben viele. Gerade in der Startphase dürfe man nicht durch Falschberatung auffallen.


Das Problem ist nur: Die neue Kultur muss auch überall ankommen. Und da sind Zweifel angebracht. Denn auf der mittleren Führungsebene bleibt im Wesentlichen alles beim Alten. Regionalleiter, für die einst Gewinnmaximierung oberste Priorität hatte, sollen nun dafür sorgen, dass Verkaufserfolge nicht mehr der alleinige Gradmesser sind. Karrierebewusste Filialleiter, die bisweilen auf die Übererfüllung der Vertriebsziele drangen, sollen künftig den Übereifer ihrer Berater unterbinden. Und Kundenbetreuer, die bisher um die höchsten Abschlüsse kämpften, sollen sich fortan als Anwälte ihrer Kunden verstehen.


Kann eine solche 180-Grad-Wende gelingen? "Die Hoffnungen sind groß", sagt ein Betriebsrat. "Aber auch die Sorge, dass alte Verhaltensmuster bleiben."


Allzu kuschelig wird es schon deshalb nicht werden, weil auch die neue Mutter eine akzeptable Rendite auf ihr Investment verlangt. So wurde zum Beispiel ein Plan des Managements wieder verworfen, die umstrittenen Restschuldversicherungen künftig gar nicht mehr zu verkaufen. Die Provisionen der Policen sind zu einträglich. Und auch die Vertriebsziele, also die Punktzahl, die ein Berater über einen bestimmten Zeitraum erreichen muss, wurden nicht reduziert.


Das heißt: Die Berater müssen genauso viel verkaufen wie vorher. Nur zu erschwerten Bedingungen.


Es wird dauern, bis die Neuausrichtung der Bank beim Kunden ankommt. Wenn es überhaupt gelingt, das schlechte Image abzuschütteln. "Mit einem neuen Namen, noch dazu einem, der sich nicht selbst erklärt, verbindet der Kunde erst einmal nichts", sagt Jens Lönneker, Geschäftsführer beim Kölner Marktforschungsinstitut Rheingold. Ein Negativimage wieder loszuwerden sei schwer. "In extremen Fällen gelingt es nie."


Quelle: FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND

Athen kann auf Milliardenpaket der Euro-Staaten setzen

News - 13.03.10 18:00

Staatspleitekandidat: Athen kann auf Milliardenpaket der Euro-Staaten setzen

Griechenlands Sparprogramm beruhigt die Kapitalmärkte, die Wetten gegen das Mittelmeerland nehmen ab, die letzte Staatsanleihe lief sehr gut. Trotzdem gehen die EU-Partner auf Nummer sicher und schmieden einen Notfallpaket - zur Rettung der Währungsunion.


Die Europäische Union hat eine Reihe von Möglichkeiten entwickelt, wie Griechenland geholfen werden kann, falls das Land trotz Sparmaßnahmen in weitere finanzielle Schwierigkeiten kommen sollte. Das verlautete am Samstag in Brüssel.


Die Finanzminister der Euro-Staaten sollen am Montag die Details einer möglichen Unterstützungsaktion festzurren. In Kreisen der Eurogruppe hieß es, die Vorbereitungen für einen Beschluss seien weit gediehen. Alle Euro-Länder würden sich beteiligen. Es gehe darum, dem Land zu helfen, falls es Probleme bei der Aufnahme neuer Kredite gebe. Ob und wie detailliert ein Beschluss der Eurogruppe veröffentlicht werde, sei offen.


Im Gespräch sind laut Medienberichten eine direkte Liquiditätshilfe oder Garantien für Investoren, die griechische Anleihen kaufen. In Medienberichten vom Samstag war von einer Größenordnung zwischen 20 und 24 Mrd. Euro die Rede.


Die EU-Staaten hoffen, dass sich Griechenland weiter ohne Unterstützung Geld an den Märkten beschaffen kann. Vor allem Deutschland als voraussichtlich größter Zahler möchte eine Hilfsaktion vermeiden, hat aber aktiv an den Vorbereitungen mitgewirkt.


Das Bundesfinanzministerium wies die Angaben über eine mögliche Einigung zu Griechenland-Hilfen zurück. "Uns ist nicht bekannt, dass so etwas geplant ist", sagte ein Ministeriumssprecher. "Wir gehen davon aus, dass Griechenland es schafft". Griechenland setze sein Programm zum Abbau des hohen Staatsdefizits um und verdiene dafür Respekt.


EU-Währungskommissar Olli Rehn zufolge ist es noch nicht absehbar, ob Griechenland auf die Hilfe angewiesen sein wird. In mehreren europäischen Zeitungen bezeichnete er die Diskussionen um Griechenland als einen "entscheidenden Wendepunkt" der EU. "Wenn Griechenland zusammenbricht und die Europäische Union das nicht verhindert, werden wir ernsthaft und langfristig unsere internationale Glaubwürdigkeit verlieren".


Am Umgang mit dem griechischen Schuldenberg zeigten sich der Wille zu einem engeren politischen Zusammenrücken und die Stärke der EU. Im Moment seien die Griechen jedoch auf dem richtigen Weg, um ihre Schulden wie geplant zu verringern.


In Brüssel treffen sich am Montag die 16 Finanzminister der Euro-Gruppe. Auf der offiziellen Agenda steht die Zustimmung der Finanzminister zu den von Athen beschlossenen Sparmaßnahmen, um die ausufernden Staatsschulden einzudämmen. Eine zentrale Frage dürfte dabei auch die Auswirkung der griechischen Finanzprobleme auf die Gemeinschaftswährung sein. Einen Tag später tagt der Rat aller 27 EU-Finanzminister. Rehn sagte, die Kommission werde den Ministern dazu raten, den griechischen Sparplänen zuzustimmen.

Hilfe trotz EU-Vertrag

Zudem plant die Kommission offenbar ein straffes Regelwerk, um die Staatshaushalte der Mitglieder der Währungsunion strikter zu überwachen. Rehn kündigte an, im kommenden Monat entsprechende Vorschläge vorzulegen. Es sollen beispielsweise die Befugnisse der europäischen Statistikbehörde Eurostat erweitert werden. Griechenland hatte jahrelang Statistiken gefälscht, um sein Haushaltsdefizit zu verschleiern.


Bereits seit Wochen wird über ein mögliches Hilfspaket im Umfang von bis zu 30 Mrd. Euro spekuliert, falls Griechenland die Probleme nicht selbst lösen kann. Der EU-Vetrag gestaltet die Bemühungen jedoch schwierig. Er verbietet gegenseitige Hilfen unter den Mitgliedern der Währungsunion. Die Minister müssten also ein Paket schnüren, dass den Vertrag nicht bricht und nicht gerichtlich Anfechtbar ist. "Wir haben alle Instrumente bereit, die eine koordinierte finanzielle Hilfe ermöglichen, ohne die europäischen Verträge zu brechen", sagte ein EU-Diplomat nach Informationen der britischen Zeitung "The Guardian".


Im "Guardian" ist die Rede von bilateralen Kredithilfen oder einer Kreditaufnahme durch die EU-Kommission. Die Kredite sollten über Bürgschaften der Mitgliedstaaten gesichert werden. Länder wie Großbritannien oder Schweden, die nicht zur Währungsunion gehören, hatten jedoch Eingriffe durch den Internationalen Währungsfonds (IWF) bevorzugt. Die Euro-Länder dagegen wollten dem IWF keinen weitreichenden Einfluss auf das Währungsgebiet gewähren.


Trotz der platzierten Staatsanleihen könnte sich der Finanzbedarf Griechenlands bis Jahresende auf 55 Mrd. Euro belaufen. Ministerpräsident Giorgos Papandreou hat zwar ein 4,8 Mrd. Euro schweres Sparpaket durchgesetzt, kämpft jedoch mit Widerständen in der Bevölkerung, vor allem bei Staatsbediensteten.

Quelle: FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND

Daimler trennt sich von Beteiligung am indischen Autohersteller Tata

News - 09.03.10 08:29

Presse: Daimler trennt sich von Beteiligung am indischen Autohersteller Tata

HAMBURG/DÜSSELDORF(dpa-AFX) - Der Stuttgarter Autobauer Daimler trennt sich
laut Presseberichten von seiner Beteiligung am indischen Automobilkonzern Tata.
Wie die 'Financial Times Deutschland' (FTD/Montag) unter Berufung auf
Industriekreise berichtet, könnte Daimler für seine rund fünfprozentige
Beteiligung rund 300 Millionen Euro erlösen. Aus dem Geschäftsbericht des Dax
-Konzerns geht hervor, dass er 4,71 Prozent an Tata hält.

Entsprechende Marktgerüchte wollte ein Unternehmenssprecher nicht kommentieren.
Die Beteiligung geht nach einem Bericht des 'Handelsblatts' (HB) auf die Ära des
ehemaligen Daimler-Chefs Jürgen Schrempp zurück, als sich der Konzern auch mit
dem Einstieg beim US-Autobauer Chrysler und dem japanischen Konkurrenten
Mitsubishi global aufstellen wollte. Mittlerweile hat sich Daimler von seiner
früheren US-Tochter komplett getrennt, von Mitsubishi gehören nach wie vor
Nutzfahrzeug-Aktivitäten zum Stuttgarter Konzern.

TATA IST BREIT AUFGESTELLT

Tata ist vor allem als Hersteller des Billig-Autos Nano bekanntgeworden, hat
sich aber auch die britischen Traditionsmarken Jaguar und Land Rover gesichert.
Der frühere Opel-Europachef Carl-Peter Forster ist jüngst zum indischen
Hersteller gewechselt. Daimler hatte sich laut dem 'FTD'-Bericht schon in den
fünfziger Jahren mit Tata zusammengetan, eine engere Zusammenarbeit war aber in
den letzten Jahren nicht zustande gekommen. Das 'Handelsblatt' schreibt, Tata
suche mittlerweile sowohl bei den Personenwagen als auch bei Lastwagen den
Schulterschluss mit dem Fiat -Konzern.

Daimler versucht, im Nutzfahrzeugbereich in Indien derzeit den Alleingang,
nachdem Wunschpartner Hero aufgrund der Finanzkrise aussteigen musste. Die
Stuttgarter bauen ein eigenes Werk in Indien auf, wo künftig bis zu 70.000
Lastwagen jährlich für den lokalen Markt vom Band rollen sollen. Indien gilt
nach China als einer der größten Wachstumsmärkte in Asien. Volkswagen
verschafft sich dort durch den Einstieg beim Marktführer Suzuki gerade ein
neues Standbein.

DAIMLER SUCHT ANDERE KOOPERATIONEN

Daimler hatte das vergangene Jahr mit einem Verlust von 2,6 Milliarden Euro
abgeschlossen und jüngst eine neue Kooperation mit dem chinesischen Autobauer
BYD bekanntgegeben. Mit dem neuen Partner sollen unter einem neuen Markennamen
Elektroautos für den chinesischen Markt entwickelt und gebaut werden.
Daimler-Chef Dieter Zetsche hatte in der Vergangenheit mehrfach eingeräumt, mit
den neuen Antriebstechnologien sei noch kein Geld zu verdienen. Der Konzern will
in diesem und im nächsten Jahr allein bei den Personenwagen insgesamt zwei
Milliarden Euro in die Entwicklung alternativer Antriebe investieren./dct/wiz

Quelle: dpa-AFX

Daimler plant spezielle Elektrofahrzeuge für China - Partnerschaft vereinbart

News - 01.03.10 18:54

Daimler plant spezielle Elektrofahrzeuge für China - Partnerschaft vereinbart

STUTTGART (dpa-AFX) - Der Automobilbauer Daimler will mit dem chinesischen
Batteriespezialisten BYD Elektrofahrzeuge speziell für China entwickeln. Geplant
sei ein eigenes Technologiezentrum, teilte der Stuttgarter Konzern am
Montagabend mit. Eine Absichtserklärung hätten beide Unternehmen unterzeichnet.
Die neuen Vehikel sollen unter einer eigenen Marke vertrieben werden. China gilt
als einer der Wachstumsmärkte für Elektroautos, die sich besonders für Fahrten
in Metropolen eignen. 'Daimler und BYD werden das Wachstum von Elektromobilität
in China beschleunigen', sagte Daimer-Chef Dieter Zetsche.

'Mit diesem Schritt setzen wir unseren Anspruch fort, weltweit Marktführer bei
Elektromobilität zu sein', erklärte Zetsche laut Mitteilung. Daimlers
Erfahrungen in der Entwicklung von Elektroautos und die Batteriekompetenz von
BYD seien eine 'perfekte Kombination'./nl/js

Quelle: dpa-AFX

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