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BP springen hoch - Dividendenstreichung 'richtiger Schritt'

News - 17.06.10 13:03

AKTIE IM FOKUS 2: BP springen hoch - Dividendenstreichung 'richtiger Schritt'

(Neu: Kommentare von Societe Generale und AXA Framlington Equity Income Fund.)

LONDON (dpa-AFX) - Die BP-Aktien haben am Donnerstag mit satten Kursgewinnen
auf die angekündigte Dividendenstreichung sowie einen Treuhandfonds für die
Opfer aus der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko reagiert. Grund dafür war laut
Händlern vor allem, dass nun ein hohes Maß an Unsicherheit gewichen ist, das für
einen großen Teil der Kursverluste der Aktie verantwortlich war.

Gegen 12.55 Uhr sprangen die Titel des britischen Ölkonzerns um 7,72 Prozent auf
362,85 Pence hoch. Damit waren sie stärkster Wert im Londoner Leitindex FTSE 100
, der zeitgleich 0,79 Prozent auf 5.279,28 Punkte gewann. Im Vergleich zum Kurs
vor der Ölkatastrophe bedeutet das für die BP-Aktie indes immer noch ein Minus
von gut 44 Prozent.

Börsianer sprachen nach den Neuigkeiten von BP von einem 'Schritt in die
richtige Richtung' und erwarten von diesen Maßnahmen eine Entspannung. Zudem
herrschte wie bereits an den vergangenen Tage die Einschätzung vor, dass BP die
Kosten für die Folgen der Katastrophe stemmen kann.

BP will, wie von politischer Seite aus den USA gefordert, einen Treuhandfonds
zur Entschädigung der Opfer aus der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko bereit
stellen. Außerdem wird die Dividende für das erste Quartal, die am 21. Juni
ausgeschüttet werden sollte, ebenso gestrichen wie die Dividende für die zwei
Folgequartale. Analyst Fadel Gheit von Oppenheimer & Co in New York geht davon
aus, dass BP-Chef Tony Hayward bei der an diesem Donnerstag anstehenden Anhörung
vor dem US-Kongress einen schweren Stand haben wird. Der Treuhandfonds über 20
Milliarden Dollar und die Streichung der Dividende seien aber 'ein Schritt in
die richtige Richtung'.

Die Unsicherheit über die weitere Entwicklung sei nach der Einigung weitgehend
verflogen, schrieb Analyst Evgeny Solovyov von Societe Generale. Dass die
möglichen Kosten nun besser einzuschätzen seien, bewerte er als entscheidenden
Faktor. 'Apokalyptische Szenarien' seien damit vom Tisch. Fonds-Manager George
Luckraft vom AXA Framlington Equity Income Fund ging davon aus, dass BP im
kommenden Jahr wieder eine Dividende zahlen dürfte. Wer die Aktie jetzt
verkaufe, werde sie im kommenden Jahr wahrscheinlich zu einem höheren Preis
zurückkaufen müssen. Daher halte er derzeit an seinem Investment bei dem
Ölkonzern fest.

Die UBS senkte ihr Kursziel für die Papiere von 580 auf 525 Pence und die
Dividendenschätzung für 2010 um 78 Prozent, blieb aber bei der Anlageempfehlung
'Buy'. BP habe angesichts der beispiellosen Katastrophe geradezu drakonische
Maßnahmen akzeptiert, um sein wichtiges US-Geschäft zu schützen, schrieb Analyst
Jon Rigby. Die rechtliche Durchsetzbarkeit dieser Maßnahmen sei zwar schwierig,
er hoffe aber, dass sie den Grundstein für eine Normalisierung der Beziehungen
zur US-Regierung legten. Der Druck aus Washington habe sich verheerend auf den
Aktienkurs ausgewirkt.

In einer Studie von JPMorgan hieß es, selbst unter Einbeziehung hoher Strafen
sowie des unabhängigen Kompensationsfonds, der Lohnausgleichszahlungen für die
Arbeitskräfte am Golf von Mexiko vorsehe, bleibe der Verschuldungsgrad noch im
Rahmen der vom Management angepeilten Spanne. Damit sei BP nach wie vor in einer
finanziell starken Position. Analyst Fred Lucas beließ die Aktie daher auf
'Overweight'./gl/ck

Quelle: dpa-AFX

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