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Morgan Stanley hebt europäische Aktien auf 'Overweight

News - 17.05.10 15:31

ANALYSE: Morgan Stanley hebt europäische Aktien auf 'Overweight'

NEW YORK (dpa-AFX) - Morgan Stanley sieht in nächster Zukunft bessere Chancen
für europäische als für asiatische Aktien. In einer am Montag veröffentlichten
Studie stufte Analyst Jason Todd europäische Aktien von 'Underweight' auf
'Overweight' hoch. Als Grund führte er die Aussichten auf eine zumindest
temporäre Lösung für die europäische Schuldenkrise an. Sein Votum für britische
Aktien erhöhte Todd von 'Underweight' auf 'Neutral'. Gleichzeitig senkte er
seine Einstufung für japanische Titel von 'Overweight' auf 'Underweight' und für
Aktien aus dem übrigen Asien von 'Overweight' auf 'Neutral'.

Todd verwies allerdings darauf, dass seine neuen Einschätzungen taktischer und
nicht strategischer Natur seien. Die jüngsten politischen Initiativen in Europa
änderten nicht die grundsätzlichen Spielregeln und 'letztlich könnte Europa sich
ungeachtet des Rückenwindes durch den schwachen Euro immer noch als Wert-Falle
(value trap) herausstellen', warnte der Experte. Doch angesichts der
pessimistischen Stimmung bei gleichzeitig soliden Fundamentaldaten - wie den
Gewinnkennziffern der Unternehmen - sollten die politischen Maßnahmen den
Aktienmärkten helfen, etwas vom Rückstand auf die Notierungen an den anderen
Börsen aufzuholen.

Die nun neutrale Einschätzung des britischen Aktienmarktes begründete Todd
damit, nach der dortigen Parlamentswahl hätten sich die zuvor bestehenden
Unsicherheiten auch wegen eines möglichen politischen Patts erledigt. Die
Morgan-Stanley-Volkswirte rechneten zudem damit, dass eine Regierung unter
Führung der Konservativen mit einer möglicherweise parteiübergreifenden
Unterstützung die Staatsschulden abbauen werde, was positiv für die Märkte sein
sollte. Dazu profitierten britische Dividendenpapiere weiterhin von günstigen
Bewertungen und der großen Bedeutung defensiver Branchen. Allerdings sei er
nicht bereit, Aktien von der Insel gegenüber denen aus Kontinentaleuropa oder
den USA überzugewichten, so Todd weiter. Die britischen Papiere seien irgendwo
zwischen der zyklischen Attraktivität europäischer und der 'pseudo-defensiven'
Natur von US-Aktien einzuordnen.

Kurzfristig habe er keinen triftigen Grund für eine negative Einschätzung
amerikanischer Titel und bleibe bei seiner Kaufempfehlung. Die Wachstumsdynamik
sehe anhaltend positiv aus und die Unternehmen hätten hohe Gewinne vorgelegt.
Allerdings habe der US-Aktienmarkt wenig Widerstandskraft gegen Sorgen gezeigt,
dass die europäische Schuldenproblematik über den Atlantik schwappen könnte, und
selbst die zweitbeste Quartalsberichtssaison habe nicht für Kursgewinne
ausgereicht. Im besten Falle dürfte der breit gefasste S&P-500-Index daher
seine jüngsten Höchststände bei rund 1.220 Punkte testen.

Zur Abstufung von Japan schrieb Todd, er sei weiter positiv gegenüber dem Land
eingestellt. Allerdings traue er dem dortigen Aktienmarkt keine
überdurchschnittliche Entwicklung im Vergleich zu Europa oder den USA zu. Zwar
profitiere das Land weiter von seinen frühzyklischen Industriebranchen wie Autos
und Präzisionsmaschinen. Doch in den für ihn attraktivsten Wirtschaftszweigen
Industriegüter und Exportwaren könne Europa dank der Euro-Schwäche nun
nachziehen.

Die nur noch neutrale Einschätzung für die anderen asiatischen Länder außer
Japan begründete der Experte mit Sorgen über steigende Zinsen. Zudem seien die
Unternehmen der Region stark im Finanz- und Rohstoffsektor vertreten, wo der
Gegenwind heftig bleibe. Allerdings seien positive Faktoren wie die reichlich
vorhandene Liquidität, die starke Wachstumserholung und solide Unternehmensdaten
weiter gültig./gl/ag

Quelle: dpa-AFX

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