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Daimler trennt sich von Beteiligung am indischen Autohersteller Tata

News - 09.03.10 08:29

Presse: Daimler trennt sich von Beteiligung am indischen Autohersteller Tata

HAMBURG/DÜSSELDORF(dpa-AFX) - Der Stuttgarter Autobauer Daimler trennt sich
laut Presseberichten von seiner Beteiligung am indischen Automobilkonzern Tata.
Wie die 'Financial Times Deutschland' (FTD/Montag) unter Berufung auf
Industriekreise berichtet, könnte Daimler für seine rund fünfprozentige
Beteiligung rund 300 Millionen Euro erlösen. Aus dem Geschäftsbericht des Dax
-Konzerns geht hervor, dass er 4,71 Prozent an Tata hält.

Entsprechende Marktgerüchte wollte ein Unternehmenssprecher nicht kommentieren.
Die Beteiligung geht nach einem Bericht des 'Handelsblatts' (HB) auf die Ära des
ehemaligen Daimler-Chefs Jürgen Schrempp zurück, als sich der Konzern auch mit
dem Einstieg beim US-Autobauer Chrysler und dem japanischen Konkurrenten
Mitsubishi global aufstellen wollte. Mittlerweile hat sich Daimler von seiner
früheren US-Tochter komplett getrennt, von Mitsubishi gehören nach wie vor
Nutzfahrzeug-Aktivitäten zum Stuttgarter Konzern.

TATA IST BREIT AUFGESTELLT

Tata ist vor allem als Hersteller des Billig-Autos Nano bekanntgeworden, hat
sich aber auch die britischen Traditionsmarken Jaguar und Land Rover gesichert.
Der frühere Opel-Europachef Carl-Peter Forster ist jüngst zum indischen
Hersteller gewechselt. Daimler hatte sich laut dem 'FTD'-Bericht schon in den
fünfziger Jahren mit Tata zusammengetan, eine engere Zusammenarbeit war aber in
den letzten Jahren nicht zustande gekommen. Das 'Handelsblatt' schreibt, Tata
suche mittlerweile sowohl bei den Personenwagen als auch bei Lastwagen den
Schulterschluss mit dem Fiat -Konzern.

Daimler versucht, im Nutzfahrzeugbereich in Indien derzeit den Alleingang,
nachdem Wunschpartner Hero aufgrund der Finanzkrise aussteigen musste. Die
Stuttgarter bauen ein eigenes Werk in Indien auf, wo künftig bis zu 70.000
Lastwagen jährlich für den lokalen Markt vom Band rollen sollen. Indien gilt
nach China als einer der größten Wachstumsmärkte in Asien. Volkswagen
verschafft sich dort durch den Einstieg beim Marktführer Suzuki gerade ein
neues Standbein.

DAIMLER SUCHT ANDERE KOOPERATIONEN

Daimler hatte das vergangene Jahr mit einem Verlust von 2,6 Milliarden Euro
abgeschlossen und jüngst eine neue Kooperation mit dem chinesischen Autobauer
BYD bekanntgegeben. Mit dem neuen Partner sollen unter einem neuen Markennamen
Elektroautos für den chinesischen Markt entwickelt und gebaut werden.
Daimler-Chef Dieter Zetsche hatte in der Vergangenheit mehrfach eingeräumt, mit
den neuen Antriebstechnologien sei noch kein Geld zu verdienen. Der Konzern will
in diesem und im nächsten Jahr allein bei den Personenwagen insgesamt zwei
Milliarden Euro in die Entwicklung alternativer Antriebe investieren./dct/wiz

Quelle: dpa-AFX

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