Die Geheimnisse des Goldmarktes
Gold gehört zu den großen Themen an den Finanzmärkten. Weil viele Investoren fürchten, dass die Inflationsraten kräftig steigen, kaufen sie Münzen, Barren oder Gold-Zertifikate. Doch Vorsicht, der Goldmarkt ist klein und tückisch. Ein Buch soll nun helfen, den Überblick zu behalten.
DÜSSELDORF. "Nach Golde drängt, am Golde hängt doch alles". Der berühmte Ausspruch von Goethes Gretchen im "Faust" hat nichts von seiner Gültigkeit verloren. Gold gehört zu den großen Themen an den Finanzmärkten. Weil viele Investoren fürchten, dass die Inflationsraten kräftig steigen, kaufen sie Münzen, Barren oder Gold-Zertifikate. Sogar an Flughäfen und Bahnhöfen kann man Barren zu überteuerten Preisen aus Automaten ziehen. Gold to Go sozusagen. Doch Vorsicht, der Goldmarkt ist klein und tückisch.
Was in der Rückschau auffällt: Als die Investmentbank Lehman Brothers im September 2008 zusammenbrach, hätte der Goldpreis nach oben schießen müssen. Tat er aber nicht. Dimitri Speck hat in seinem Buch "Geheime Goldpolitik" nach den Gründen gesucht. Die großen Spieler im Hintergrund seien die Notenbanken, schreibt er. Sie würden Teile ihrer Goldreserven verkaufen, um den Preis künstlich niedrig zu halten. Um den Investoren vorzugaukeln, dass es so schlecht um die Finanzwelt gar nicht bestellt sei. Ein rasant steigender Goldpreis würde die Unsicherheit an den Börsen nur verstärken.
Dies wollten die Notenbanker verhindern. Alles Taktik? Speck begründet seine These mit zahlreichen Kurscharts, die auf größere Goldverkäufe schließen lassen, und bezieht sich auf Aussagen von Notenbankern, die Hinweise auf die Politik der Zentralbanken geben. Ein interessantes Buch für alle Goldfans.
Dimitri Speck: Geheime Goldpolitik - Warum Zentralbanken den Goldpreis steuern.
Finanzbuch, München 2010, 250 Seiten, 24,90 Euro
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Quelle: HANDELSBLATT
