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Conergy entdeckt positive Seiten der neuen Solarförderung

News - 11.02.10 15:56

Conergy entdeckt positive Seiten der neuen Solarförderung - Eigenverbrauch

HAMBURG (dpa-AFX) - Conergy entdeckt als erstes Solarunternehmen die Vorteile der von der Bundesregierung geplanten Änderung der Photovoltaikförderung für sich.
Am Donnerstag kündigte die im TecDax notierte Gesellschaft ein Pilotprojekt zum stärkeren Eigenverbrauch des Solarstroms an. Diese will Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) deutlich ausbauen, während parallel die Vergütung für die Einspeisung von Sonnenstrom ins allgemeine Netz ab 1. Juni um 16 Prozent abgesenkt werden soll.
Der Aspekt des Eigenverbrauchs spielte in der öffentlichen Diskussion bislang kaum eine Rolle. Die Solarbranche konzentriert sich in ihrem massiven Protest bislang allein auf die Förderkürzung für die Netzeinspeisung. Der Solarverband BSW warnte zuletzt lautstark vor dem Verlust Tausender Arbeitsplätze, sollte die Solarförderung in der geplanten Höhe geändert werden. Den Eindruck, dass Conergy aus dieser Phalanx mit seinem Pilotprojekt abrückt, wies Verbands-Geschäftsführer Carsten Körnig im Gespräch mit der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX zurück.
EIGENVERBRAUCHSFÖRDERUNG SENKT FÖRDERSENKUNG
Den Planungen des Umweltministers zufolge sollen Solaranlagenbetreiber künftig einen Vorteil von 10 Cent je Kilowattstunde bekommen, wenn sie den selbst erzeugten Sonnenstrom nicht ins Netz einspeisen, sondern selbst nutzen. Damit würde die Förderung für einen Durchschnittshaushalt nach Berechnungen insgesamt lediglich um knapp 6 Prozent sinken statt der in der Diskussion immer wieder genannten 16 Prozent. Eine entsprechende Berechnung der Zeitung 'Neue Westfälische' (Donnerstag) bestätigte ein Experte der Fachzeitschrift 'Photon'. Er bemängelte, dass der Umweltminister damit sein Ziel verfehle, die von ihm selbst kritisierte 'Überförderung' der Solarenergie aufzuheben.
Der Berechnung nach kann ein Durchschnittshaushalt rund 42 Prozent seines Sonnenstroms selbst verbrauchen. Dafür würde es künftig gut 42 Cent je Kilowattstunde geben, und damit fast so viel wie noch im vergangenen Jahr für die Einspeisung ins Netz. Die übrigen 58 Prozent müsste der Durchschnittshaushalt weiter ins Netz einspeisen, weil er nicht den gesamten eigenen Strom verbrauchen kann, wenn er produziert wird. Für diese Einspeisung soll es von Juni an nur noch 32,88 Cent geben, wenn die Förderung wie geplant um weitere 16 Prozent sinkt. Derzeit gibt es 39,14 Cent, 9 Prozent weniger als im vergangenen Jahr. Daraus ergibt sich im Schnitt, dass der Anlagenbetreiber weiter gut 37 Cent je Kilowattstunde Förderung bekommt. Das wäre dann nur noch eine zusätzliche Absenkung von rund 6 Prozent. So viel hatte die Solarbranche selbst vorgeschlagen.
VERBAND HÄLT BERECHNUNG FÜR ZU OPTIMISTISCH
Solarverbandsgeschäftsführer Körnig wies die Berechnung hingegen zurück. In einem Durchschnittshaushalt sei derzeit ein Eigenverbrauch von maximal 20 Prozent realistisch. Für eine höhere Ausbeute müssten die Betreiber ihr Verbrauchsverhalten ändern, in dem etwa konsequent Wasch- und Spülmaschinen laufen, wenn die Sonne am kräftigsten scheint. Zudem müssten sie dann teure Batterien zum Speichern einbauen. Grundsätzlich sei die Förderung des Eigenverbrauchs der positive Aspekt Vorschläge des Bundesumweltministers./nl/dct/wiz

Quelle: dpa-AFX

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