ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Talfahrt geht weiter - Techwerte brechen ein
NEW YORK (dpa-AFX) - Belastet von Einbrüchen bei Technologie- und Finanzwerten
haben die US-Börsen am Freitag ihre Talfahrt ungebremst fortgesetzt. Die Anleger
reagierten Händlern zufolge immer noch mit teils massiven Verkäufen auf die
Pläne von Präsident Barack Obama zur Regulierung der Bankenbranche. Hinzu kamen
als weitere Belastungsfaktoren negativ aufgenommene Unternehmensnachrichten von
Google
und vom Chiphersteller Advanced Micro Devices (AMD)
, sagten Börsianer.
Zudem beobachteten Marktteilnehmer, dass institutionelle Derivatehändler derzeit
bei Bankaktien und Einzelhandelstiteln auf eine deutliche Korrektur nach unten
setzten.
Der Dow Jones Industrial Average (DJIA)
mit einem hohen Abschlag von 2,09 Prozent auf 10.172,98 Punkte aus dem Handel.
Damit rutschte er auf den tiefsten Stand seit November 2009. Auf Wochensicht
bedeutete dies ein sattes Minus von 4,12 Prozent. Der marktbreite S&P-500-Index
riss an diesem Freitag die Marke von 1.100 Punkten und gab um 2,21 Prozent auf
1.091,76 Zähler nach. An der Technologiebörse Nasdaq fiel der umfassende
Composite Index
sogar 3,01 Prozent auf 1.794,82 Zähler.
Finanzwerte mussten angesichts der neuen Regulierungspläne wie schon am Vortag
herbe Verluste einstecken. Am Ende des Dow-Jones-Index etwa brachen die
Anteilsscheine von American Express
um 8,47 Prozent auf 38,59 US-Dollar ein.
Der Kreditkartenanbieter hatte zwar mit seinen Quartalszahlen besser als gedacht
abgeschnitten, erwartet allerdings nur eine 'moderate' konjunkturelle Erholung.
Aktien von JPMorgan
verloren 3,40 Prozent auf 39,16 Dollar und Papiere von
Morgan Stanley
sanken um 5,25 Prozent auf 27,80 Dollar.
Indes sehen die Analysten von Bernstein Goldman Sachs
als die womöglich am
stärksten betroffene Bank, wenn die Pläne von Obama so wie geplant verwirklicht
werden. Gerade erst am Vortag hatte der absolute Top-Verdiener an der Wall
Street klar besser als erwartete Gewinne vermeldet, was insbesondere mit den
weiter florierenden Geschäften mit Währungen, Rohstoffen und Anleihen begründet
wurde. Allerdings bleibe abzuwarten, betonte ein Händler, in welchem Ausmaß die
Vorschläge von Obama tatsächlich umgesetzt werden. Es gebe auch sehr kritische
Stimmen. Die Papiere fielen um 4,20 Prozent auf 154,12 Dollar.
Auch andere Quartalszahlen wurden mit Interesse verfolgt, sagten Händler. Der
Mischkonzern General Electric (GE)
etwa hatte mit seinem Gewinn die
Markterwartungen übertroffen. Die Papiere legten um 0,56 Prozent auf 16,11
Dollar zu. Unterdessen hatte die Fast-Food-Kette McDonald's
mit einem höheren
Gewinn und Umsatz als erwartet überrascht. Die Anteilsscheine gewannen 0,30
Prozent auf 63,39 Dollar.
Der kriselnde Motorradhersteller Harley-Davidson
aber hatte auch im vierten
Quartal unter dem Einbruch seiner Verkäufe und unter den hohen Kosten für die
Umstrukturierung gelitten. Die Zahlen wurden vom Markt mit Enttäuschung
aufgenommen. In der Folge ging es für die Titel um 7,78 Prozent auf 23,59 Dollar
bergab.
Ansonsten hatten mit Advanced Micro Devices (AMD) und Google noch zwei
Technologiewerte am Donnerstag nach Börsenschluss ihre Zahlen vorgelegt. Der
Chiphersteller hatte einen geringer als befürchteten Verlust ausgewiesen, die
Aktien sackten aber dennoch um 12,35 Prozent auf 7,88 Dollar ab. Händler
sprachen von Gewinnmitnahmen. Zudem seien die Anleger unsicher, wie stark sich
die Konjunktur tatsächlich erholen wird und wie diese Erholung die
Gewinnschätzungen beeinflusst. Andere wiederum monierten den Umsatzausblick.
Auch die Internet-Suchmaschine Google hatte mehr verdient als von Experten
erwartet worden war, einige Analysten zeigten sich jedoch enttäuscht von der
Klickvergütung. Google-Aktien verloren 5,66 Prozent auf 550,01 Dollar. In diesem
negativen Umfeld schließlich fielen auch die Papiere des 'iPhone'-Herstellers
Apple
um 5,13 Prozent auf 197,59 Dollar./la/he
Quelle: dpa-AFX
