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Gewinnmitnahmen belasten in ruhigem Handel

News - 17.12.09 17:57

ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Gewinnmitnahmen belasten in ruhigem Handel

FRANKFURT (dpa-AFX) - Gewinnmitnahmen haben dem deutschen Aktienmarkt am
Donnerstag Abschläge eingebracht. Durchwachsene US-Konjunkturdaten gaben den
Kursen ebenfalls keine positiven Impulse. Der Leitindex Dax , der vortags noch
auf ein neues Jahreshoch gestiegen war, schloss um 1,00 Prozent schwächer bei
5.844,44 Punkten. Ähnliches galt für den TecDax : Der Index für
Technologiewerte beendete den Tag mit Verlusten von 0,86 Prozent bei 815,75
Zählern. Besser schlug sich der MDax der mittelgroßen Werte, der am Mittwoch
keinen neuen Rekordstand hatte markieren können, mit moderateren Verlusten von
0,33 Prozent auf 7.404,38 Punkte.

'Es war ein langweiliger Tag mit so gut wie keinen Nachrichten', resümierte
Analyst Christoph Schmidt von der N.M.F. AG. Der Dax halte sich gegenüber dem
US-Markt aber 'ganz wacker'. Nach dem großen Verfallstermin am Freitag dürfte
das Handelsgeschehen indes noch weiter abflachen. Händler Udo Becker von der
Münchener Privatbank Merck Finck sprach von einer normalen, kleinen
Konsolidierung nach der jüngsten Rekordjagd. Er rechne aber mit Blick auf das
Jahresende mit weiter steigenden Kursen.

Banktitel mussten nach den deutlichen Gewinnen vom Vortag wieder Abschläge
hinnehmen. So sackten die Papiere der Commerzbank am Dax-Ende um 4,26 Prozent
auf 6,075 Euro ab, und Titel der Deutschen Bank gaben um 2,30 Prozent auf
51,000 Euro nach. Börsianer verwiesen zudem auf eine ganze Reihe von
Belastungsfaktoren. So legte die US-Regierung den geplanten Verkauf ihrer
Citigroup-Anteile wegen des niedrigen Aktienkurses vorerst auf Eis, und
die im Baseler Komitee zusammengeschlossenen weltweiten Regulierer verständigten
sich darauf, dass von Ende 2012 an strengere Kapitalregeln für die Branche
gelten.

Bei der Deutschen Bank lösten zusätzlich Berichte über ein mögliches Interesse
an der RBS-Tochter RBS Sempra Sorgen um eine mögliche Kapitalerhöhung aus.
Dagegen nahm die jüngste Datenaffäre ein glimpfliches Ende für Deutschlands
führendes Geldhaus. 'Wir haben kein systematisches Fehlverhalten feststellen
können', sagte ein Sprecher der Finanzaufsicht Bafin auf Anfrage.

Die Aktionäre von Infineon mussten ein Minus von 3,51 Prozent auf 3,440 Euro
verkraften. Thomas Nagel, Technischer Analyst und Aktienhändler bei Equinet,
verwies als Belastung auf das negative Chartbild. Trotz der deutlichen
Kursgewinne in den vergangenen zwei Tagen hätten es die Papiere des
Chipherstellers nicht geschafft, den Höchststand vom 17. November 2009 bei 3,565
Euro zu überwinden. Titel der Deutschen Post fielen nach einem enttäuschenden
Ausblick des US-Branchenkollegen Fedex um 1,83 Prozent auf 13,415 Euro. Der
Logistiker hatte mit seiner Prognose für den Gewinn je Aktie im kommenden
Quartal die Erwartungen verfehlt.

Hingegen stiegen die Papiere von EADS im MDax um 1,83 Prozent auf 12,83 Euro.
Die Analysten von Bernstein hatten die Titel des Luftfahrt- und Rüstungskonzerns
von 'Market Perform' auf 'Outperform' hochgestuft. Der Markt für
Verkehrsflugzeuge dürfte seinen Tiefstpunkt erreicht haben, lautete die
Begründung. Im TecDax konnten nur einige Aktien Gewinne verbuchen. Unter diesen
wenigen Favoriten legten die Papiere von Wirecard um 0,75 Prozent auf 9,38 Euro
zu. Der Zahlungsabwickler übernimmt den Branchenkollegen E-Credit Plus in
Singapur. Der Zukauf dürfte die Wettbewerbsposition von Wirecard im
asiatisch-pazifischen Raum stärken, kommentierte Analystin Heike Pauls von der
Commerzbank./gl/stw

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

Quelle: dpa-AFX

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