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Dax-Chefs warnen vor neuer Blase

News - 19.12.09 19:10

Dax-Chefs warnen vor neuer Blase

Ist nach der Krise vor der Krise? Die Vorstände zweier Dax-Unternehmen warnen einmütig vor neuen Turbulenzen an den Finanzmärkten. Allianz-Chef Michael Diekmann übt Kritik an den Banken, Thyssen-Krupp-Chef Ekkehard Schulz hat Sorge, dass der Immobilien- eine Rohstoffblase folgt.

HB DÜSSELDORF/MÜNCHEN. Allianz-Chef Michael Diekmann hat vor neuen Turbulenzen an den Finanzmärkten gewarnt. "Wir finanzieren gerade die nächste Finanzblase", sagte er der "Süddeutschen Zeitung". Am Markt sei sehr viel billiges Geld vorhanden, das die Investoren dazu verleite, hohe Risiken einzugehen. Vor allem Banken nutzten die Gelegenheit, um mit diesem Kapital Eigenhandel zu betreiben, der letzten Endes keinen Wert schaffe. Kritik übte der Allianz-Vorstandsvorsitzende an den weiter hohen Gehaltszulagen für Bankmanager. "Diese Boni-Exzesse sind unerträglich", sagte Diekmann. Sie seien jedoch nur schwer in den Griff zu bekommen, wenn nicht auch rigoros andere Finanzfirmen wie Hedgefonds kontrolliert würden.

Thyssen-Krupp-Chef Ekkehard Schulz stieß ins gleiche Horn. Der 68-Jährige, der Anfang 2011 an der Konzernspitze abgelöst werden soll, warnte vor der zunehmenden Spekulation auf den Rohstoffmärkten. Es seien wieder Spekulanten und Finanzjongleure unterwegs, die munter mit Derivaten handelten. Preise für Rohstoffe würden nicht mehr auf Jahresbasis verhandelt, sondern am extrem kurzfristigen Spotmarkt. "Meine Sorge ist, dass nach der Immobilienblase jetzt eine Rohstoffblase kommt".

Für sein Unternehmen rechnet Schulz nach dem tiefen Absturz in die Verlustzone mit einer längeren Durststrecke: Es werde noch bis 2012 andauern, bis das Unternehmen das Niveau des Jahres 2007 erreicht habe, sagte der Manager der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Selbst die hohen Wachstumsraten in China und Indien reichten nicht aus, den weltweiten Absturz abzufangen.

Vor allem der weltweite Einbruch der Stahlkonjunktur hatte den Konzern im Geschäftsjahr 2008/2009 (30.9.) tief in die roten Zahlen gedrückt und einen Vorsteuer-Verlust von 2,3 Mrd. Euro beschert. Gegenüber 2007/2008 verschlechterte sich das Ergebnis um 5,5 Mrd. Euro.

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Quelle: HANDELSBLATT

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