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WOCHENAUSBLICK: Erholung am Aktienmarkt steht auf tönernen Füßen

News - 15.11.09 10:05

WOCHENAUSBLICK: Erholung am Aktienmarkt steht auf tönernen Füßen

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Erholung am deutschen Aktienmarkt steht nach dem
deutlichen Kursplus in der vergangenen Woche Experten zufolge auf tönernen
Füßen. 'Wir gehen nach wie vor davon aus, dass die Aktienmärkte nach der starken
Kursentwicklung seit März anfällig für Rückschläge sind', heißt es in einer
Studie der DZ Bank. Und auch die Experten der Landesbank Berlin gehen davon aus,
dass sich der 'Zick-Zack-Kurs und damit die laufende Konsolidierung' fortsetzen
wird. Mit dem Auslaufen der Berichtsaison in Deutschland und Europa dürften in
der kommenden Woche vor allem die US-Märkte und Konjunkturdaten aus den
Vereinigten Staaten die Richtung vorgeben.

Dabei erhoffen sich Börsianer vor allem Aussagen darüber, ob sich der jüngste
konjunkturelle Erholungstrend fortsetzen kann. 'Mit dem Empire State Index
(Montag) und dem Philadelphia Fed Index (Donnerstag) werden erste
Frühindikatoren für November veröffentlicht. Beide Indizes sollten einen Anstieg
verzeichnen und damit belegen, dass die Wachstumsdynamik auch im Schlussquartal
dieses Jahres erfreulich hoch bleiben wird', schrieb Helaba-Expertin Claudia
Windt in einer Studie. Sollten die Daten dies zeigen, könnten die US-Börsen wie
schon in der vergangenen Woche wieder das Zugpferd für die europäischen Märkte
sein.

GRÖSSERER RÜCKSCHLAG KÖNNTE NOCH AUSSTEHEN

Anders als der Dax und der EuroStoxx 50 erklomm der Dow Jones zuletzt ein
neues Jahreshoch - allerdings war der Dow Jones in seiner Erholung seit den
Tiefständen von Anfang des Jahres den Märkten in Deutschland und Europa
hinterhergehinkt. Mit der zuletzt wieder stärkeren Entwicklung hatte der
amerikanische Markt diese Lücke lediglich weitestgehend geschlossen. Seit ihren
Tiefständen von Anfang März konnten sowohl der Dax als auch der Dow Jones
jeweils um rund 58 Prozent zulegen. Beim EuroStoxx 50 steht ein Plus von 63
Prozent auf dem Kurszettel.

Die LBB-Analysten gehen deshalb davon aus, dass ein größerer Rückschlag noch
aussteht. 'Die hohe Bewertung, die Unsicherheit über die Nachhaltigkeit der
laufenden konjunkturellen Erholung sowie der zeitweise über 1,50 Dollar
gestiegene Euro dürften für Skepsis sorgen', schrieben die Experten der Bank.
'Die Umsätze der letzten Wochen deuten zudem darauf hin, dass Anleger verstärkt
bereit sind, Gewinne - insbesondere vor dem Hintergrund des näher rückenden
Jahresendes - mitzunehmen.' Schwächephasen könnten Anleger aber unverändert zum
Positionsaufbau nutzen.

NUR NOCH WENIGE BILANZEN

Nach der Flut an Unternehmenszahlen in den vergangenen Handelstagen wird es in
der kommenden Woche an dieser Front ruhiger werden. An den Aktienmärkten in
Paris und Frankfurt stehen am Montag die Papiere des europäischen Luftfahrt- und
Rüstungskonzerns EADS im Fokus, die an beiden Handelsplätzen rege gehandelt
werden. In Deutschland legt am Donnerstag der jüngst wieder in den Dax
aufgestiegene Halbleiterkonzern Infineon seine Zahlen für das abgelaufene
Geschäftsjahr vor.

Zudem steht am Donnerstag die außerordentliche Hauptversammlung der Deutschen
Telekom an - dabei geht es um die Zusammenlegung des Fest- und
Mobilfunkgeschäfts in Deutschland. Aus dem TecDax legen an dem Tag Solon und
Wirecard ihre Zahlen für das vergangene Quartal vor. Außerdem werden in der
Woche Ergebnisse der im SDax notierten Werte Air Berlin (Donnerstag) und GfK
(Montag) erwartet./zb/dr/he

--- Von Bernd Zeberl, dpa-AFX ---

Quelle: dpa-AFX

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